Superfro begeistert die Zuhörer ...

Presse
Wiesbadener Kurier
27.05.2014 - NIEDERNHAUSEN

„Acoustic House Jazz“ – Superfro begeistert die Zuhörer im ZAK.

NIEDERNHAUSEN - Das ehemalige Gotteshaus bebt. Stürmisch feiern die knapp 60 Gäste im Zentrum Alte Kirche die vier Musiker der Formation Superfro. „Die Zugaben spielen wir erst nach dem Konzert, aber Danke für den begeisterten Applaus“, kommentiert Pianist Simon Höneß erfreut die ausgiebige Beifallsbekundung schon zur Pause. Innerhalb kürzester Zeit ist es der Band gelungen, sich mit ihrem „Acoustic House Jazz“ in die Herzen des Publikums zu spielen.

Wie es sich für ein Jazz-Konzert gehört, spenden die Zuhörer für die furiosen Solo-Darbietungen auch während der Stücke immer wieder Beifall. Wie es sich für akustische Musik gehört, werden keine elektronisch verstärkten Instrumente eingesetzt. Dennoch ist der erzeugte Gesamtklang in dem Kirchenbau so präsent, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sitzen.

Humorvolle Moderationen

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Wie es sich schließlich für House-Musik gehört, wird die Mehrzahl der Stücke von der Rhythmus-Sektion aus Frowin Ickler am Kontrabass und Schlagzeuger David Tröscher unermüdlich vorangetrieben.

Überraschungen sind bei den Kompositionen des Quartetts, das derzeit auf Tour ist, um seine neue CD „Down and Up“ vorzustellen, indes die Regel. Da wandelt sich eine vollkommen harmonische Klaviermelodie unvermittelt in dissonante Töne, die so scharf klingen, dass sie sich wie Messerstiche anfühlen. Da wird eine mitreißende Samba, bei der es einen Teil des Publikums nicht mehr auf seinen Sitzen hält, unvermittelt in Jazz aufgelöst. Da stellt sich ein harmloser Vier-Viertel-Takt als akustische Sinnestäuschung heraus, die sich aus einem Sechs-Achtel-Takt heraus bildet. „Einer unserer großen Späße ist die metrische Verschiebung. Wir mögen es, etwas anzutäuschen, dann aber abzubiegen“, erläutert Pianist Simon Höneß. Das gelingt der Band, die bereits seit 1999 existiert und seit sechs Jahren in dieser Besetzung zusammenspielt, auf derart mitreißende Weise, dass sie nie in Gefahr gerät, akademisch-verkopften Jazz zu produzieren. Stattdessen erschafft sie musikalische Bilder, die nicht zuletzt aufgrund der humorvollen Moderationen von Simon Höneß bestens nachzuvollziehen sind.

So fällt es nicht schwer, sich den Klang von Ralf Olbrichs Sopran-Saxofon als das Pfeifen eines Dudelsacks vorzustellen, wenn man weiß, dass sich die Komposition um die schottischen Highlands dreht. Genauso leicht interpretiert man das gleiche Instrument als die Flöte eines Schlangenbeschwörers, wenn die hypnotischen Läufe von Basser Frowin Ickler das Szenario spielerisch in eine Wüste verlegen. Stets stimmungsvoll und atmosphärisch, manchmal aber auch einfach so heiter wie das Wetter an dem sonnigen Frühsommertag spielt sich das Superfro-Quartett in die Herzen seines Publikums.

Zum ersten Mal tritt die Band, deren Mitglieder im Rhein-Main-Gebiet angesiedelt sind, im Zentrum Alte Kirche auf. Ein weiterer Auftritt dürfte angesichts der Begeisterung auf beiden Seiten nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Von Hendrik Jung
Bilder: Papa Mike


Zentrum Alte Kirche Niedernhausen e.V.

Wiesbadener Straße 15
65527 Niedernhausen

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