Es knistert im Gebälk

Niedernhausen - Kirche "Presse"
Wiesbadener Kurier
im Februar 2008

Ohne Hilfe fällt der Reiter vom Dach

Morsches Gebälk bringt den Förderverein der Alten Kirche Niedernhausen in Finanznöte

NIEDERNHAUSEN Es knistert im Gebälk der Alten Kirche in Niedernhausen. Bei der Dachsanierung des Denkmals wurden unerwartet Schäden offenbar, deren Behebung zusätzlich 50 000 Euro verschlingen. Viel Geld, das nicht vorhanden ist.

"Das ist Denkmalpflege, wie wir sie uns vorstellen", lobte Ute Willinger von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Arbeit des Niedernhausener Fördervereins, der sich seit 28 Jahren um das markante Baudenkmal am Rande des Ortskerns kümmert. Nicht nur das einstige Gotteshaus in Schuss halten, sondern durch kulturelle Veranstaltungen auch mit Leben füllen will, wie Vereinsvorsitzender Franz Rosenbusch erläuterte. Architektin Willinger war aus Bonn angereist, um sich persönlich davon zu überzeugen, dass die Fördermittel der Stiftung auch wirklich für den Denkmalschutz ausgegeben worden sind.

Mit seiner Arbeit braucht sich der Niedernhausener Verein nicht zu verstecken. Noch im Oktober sah es so aus, als sei die Sanierung des Schieferdaches kein Problem mehr. Der Verein hatte die nötigen 108 000 Euro aus Erlösen von Veranstaltungen, Spenden öffentlichen Fördermitteln und der Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz  zusammen-bekommen. Dann nach Beginn der Arbeiten der Schock: der kleine Glockenturm-Aufsatz, der so genannte Dachreiter - wackelt, was inzwischen auch das "Schwingungsgutachten" eines Statikers belegt. Durch Feuchtigkeit und Taubenkot sind einige Balken morsch geworden - ein Zustand, der vor Beginn der Dacharbeiten nicht abzusehen war.

Jetzt muss der Reiter also vom Dach geholt werden. Die Holzkonstruktion wird am Boden erneuert, auch unter dem Kirchendach müssen einige Balken ersetzt werden. Alles Arbeiten, die im Finanzierungsplan nicht vorgesehen waren, jetzt aber vordringlich sind, bevor die Dachdecker weiter arbeiten können.

Doch jetzt fehlen den Hütern des historischen Kleinods erst einmal 50 000 Euro, um die Arbeiten abschließen zu können. Wenn nicht großzügige Spender die finanzielle Lücke schließen, muss ein Teil der Dachsanierung auf unbestimmte Zeit verschoben werden, lautet ein Plan fürs Krisenmanagement. Apsis, Sakristei und die Dachhälfte des Kirchenbaus zum Tal hin mussten damit vorläufig weiter mit der alten schadhaften Schieferdeckung auskommen. Bei einer späteren Sanierung fallen dann natürlich wieder Kosten für den Bau des Gerüstes an.

Eine mögliche Notlösung wäre laut Rosenbusch auch, einen Kredit aufzunehmen. Der Verein könnte dann für die Zinszahlungen aufkommen, an eine Tilgung aus laufenden Mitteln sei aber nicht zu denken. Doch noch herrscht die Hoffnung, dass ein großzügiger Förderer den Kirchensanierern rasch unter die Arme greift, denn so viele markante historische Gebäude gibt es in Niedemhausen ja nicht.

Von Werner Stoepler     Wiesbadener Kurier

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